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Stress und Verdauung

"Das ist aber ein Schisshase" - ein oft benutzter Ausdruck bei Hunden, die auf Umweltreize stärker als andere Artgenossen mit Furcht, Angst oder Stress reagieren.

Veränderungen in der bekannten Tagesstruktur oder stressende Ereignisse müssen sie "erst einmal verdauen". 

Der Volksmund wusste es schon immer: Die Verdauung ist bei diesen negativen Zuständen irgendwie beteiligt.

Wie das Überleben gesichert wird

Hunde scannen permanent ihre Umwelt auf Gefahren für Leben und Überleben ab. Sowohl Furcht, Angst als auch Stress haben eines gemeinsam: Der Hund steuert sie nicht willentlich. Er entscheidet sich nicht dafür, Angst zu haben.

Wenn das Gehirn über die Umwelt die Info "Gefahr" erhält, aktiviert das sympathische Nervensystem sofort alle erforderlichen Mechanismen, um den Hund auf "Kampf oder Flucht" vorzubereiten. 

Die Sinne werden geschärft, Puls und Atemfrequenz beschleunigen sich, der Blutdruck steigt, die Durchblutung der Muskulatur wird erhöht, die Muskelspannung steigt, die Atemwege weiten sich um dem Körper mehr Sauerstoff zur Verfügung zu stellen. Das Empfinden für Hunger oder Sättigung wird lahmgelegt.

Der sogenannte "Stressmetabolismus" setzt ein, der Körper wird mit Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin vollgepumpt. 

Der Hund reagiert in diesem Zustand nur noch, er kann nicht mehr willentlich steuern was er tut. 

Von Natur aus ein sehr effizientes System um kurzfristig das Überleben bei Gefahr und Bedrohung zu sichern.

Was jedoch dabei völlig auf der Strecke bleibt, ist:

Die Verdauung

die eine Aktivierung des parasympathischen Nervensystems benötigt. Dieses ist zuständig für Entspannung, Gelassenheit, Verdauung und Regeneration.

Auch das ist von der Natur clever eingerichtet, denn wenn ein Hund gerade angegriffen oder bedroht wird wäre ein schlechter Zeitpunkt, um sich ein Plätzchen für sein morgendliches Häufchen zu suchen.

Gehirn und Darm sind über Nerven miteinander verbunden und tauschen Informationen aus, sofern sie für den gesamten Organismus von Bedeutung sind. 

Der Darm arbeitet die restliche Zeit über autark, also in Ruhe vor sich hin. Das Gehirn mischt sich nur selten in seine Arbeit ein. 

Wenn das Gehirn aber eine Gefahr oder Bedrohung wahrnimmt, wird auch der Darm alarmiert.

Je nachdem was sich gerade noch an Nahrungsbestandteilen im Körper befindet, kann es kurzfristig zu Erbrechen oder auch zu Durchfall kommen um die unnötige Last schnell loszuwerden, bevor „Kampf oder Flucht“ ansteht (Stichwort: Stressdurchfall).

Sonst wird das Blut aus der Verdauung abgezogen, weil es an anderen Stellen im Körper benötigt wird, die Speichelbildung wir gestoppt, die Bewegung des Darms wird zurückgefahren und die Verdauung kommt faktisch zum Erliegen, bis das Gehirn meldet, dass die Gefahr vorüber ist. 

"Nach dem Essen musst du Ruhen"

Hunde, die sich durch ihre Lebensumstände, Bezugspersonen und ihre Umwelt permanent bedroht fühlen oder deren Lebensalltag viele Stressoren beinhaltet, seien es weitere Hunde oder andere Tiere im Haushalt, schreiende Kinder, die am Hund herumziehen, Unberechenbarkeit der Bezugsperson etc. befinden sich ständig in einem Alarmzustand, bei dem das sympathische Nervensystem aktiviert ist. 

Ihr Körper ist also ständig auf Kampf oder Flucht vorbereitet.

D. h., dass die Verdauung permanent nicht so abläuft, wie es vorgesehen wäre, nämlich in den Ruhe- und Entspannungsphasen.

Daraus können unter anderem die folgende 6 Probleme die Gesundheit deines Hundes enorm beeinträchtigen:

1

Der Nahrungsbrei

...befindet sich nicht lange genug im Verdauungstrakt, um ausreichend Nährstoffe herauszuziehen (Stichwort: Nährstoffmangel)


Insbesondere in Zeiten von akuten Angst- und Stressereignissen benötigt der Körper jedoch vermehrt Nährstoffe, um den Stoffwechsel und die Gehirnaktivität optimal zu unterstützen.


...befindet sich zu lange im Verdauungstrakt. Es drohen Fehlgärungen, die Ausbreitung unerwünschter Darmbakterien und schmerzhafte Verstopfung.

Alle diese Punkte beeinträchtigen langfristig die Darmgesundheit und damit auch das Immunsystem.


Eine gesunde, stabile Darmflora ist elementar für

die Gesunderhaltung und das Wohlbefinden. 

2

Zunahme trotz gleichbleibender Futtermenge

In Phasen geringerer Anspannung tritt vermehrt Hunger auf und der Körper ist darauf bedacht, für die nächste Alarmierung Reserven anzulegen, d. h. der Hund kann an Gewicht zulegen, obwohl er nicht mehr frisst (oder er nimmt nicht ab).

3

Glückshormon fehlt

Der Stressmetabolismus bremst die Produktion des Glückshormons Serotonin. Dem Körper fehlen also Glückshormone, die für Zufriedenheit, Gelassenheit und Entspannung erforderlich sind. 

4

Schlafrhythmus gestört

Fehlt dem Körper Serotonin, kann dies auch nicht in ausreichender Menge zum Schlafhormon Melatonin umgewandet werden. Es kommt zu Störungen im Schlaf- Wach- Rhythmus und der negative emotionale Zustand des Hundes kann nicht mehr ordentlich abgebaut werden, er kann zum Dauerzustand werden. 

5

Krebsrisiko steigt

Durch die veränderten Stoffwechselprozesse bei Furcht, Angst und Stress entstehen vermehrt sogenannte "Freie Radikale", welche die Alterung des Organismus beschleunigen und die Entartung von Zellen begünstigen. 

6

Schmerzen

Durch die erhöhte Spannung der Muskultur kann es zu schmerzhaften Verspannungen, Kopfschmerzen... chronischen Schmerzen kommen, die den ohnehin bereits beeinträchtigten Allgemeinzustand des Hundes weiter verschlechtern. 

Diese 6 Punkte gelten übrigens für uns Menschen im gleichen Maße. 



Was hilft?

  • eine gute Ernährung mit optimaler Unterstützung der Darmgesundheit
  • Entspannungstraining für deinen Hund
  • sinnvolles, gewaltfreies Training an Ängsten und Stressoren

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